Diane Arbus

* 14.März 1923 in New York City;  † 26. Juli 1971

Diane Arbus, geb. Nemerov

war eine amerikanische Fotografin und Fotojournalistin russisch-jüdischer Abstammung.

Arbus ist vor allem für ihre teils einfühlsamen, teils schonungslosen Porträts von Exzentrikern und Randfiguren der Gesellschaft bekannt, in denen sie das einprägsam Andersartige und Absonderliche herausarbeitet. Ausgreifende Themenkomplexe beschäftigen sich u. a. mit Zirkusartisten, Nudisten, Transvestiten, Zwillingen, Prostituierten oder fehlgebildeten und geistig behinderten  Personen. Neben dem Hinterfragen der Grenzen von Normalität und Ästhetik der Gesellschaft erweiterte sie die künstlerische Fotografie um scharf akzentuierte psychologische Aspekte.

( Text aus Wikipedia)

Diane Arbus war die erste amerikanische Fotografin, deren Arbeit bei der Biennale in Venedig ausgestellt wurde (1972). Eine nach ihrem Tod 1972 konzipierte Werkübersicht präsentierte als Wanderausstellung 1972–79 einem Millionenpublikum den Kern ihres Schaffens und machte sie zu einer Kultfigur. Die parallel dazu erstmals 1972 erschienene Monographie Diane Arbus: An Aperture Monograph ist eines der meistverkauften Bücher der Fotografiegeschichte und wird noch bis in die Gegenwart ständig neu aufgelegt.

( Text aus Wikipedia)

1941 heiratete Nemerov, gegen den Willen der Eltern, Allan Arbus. Das Paar bekam zwei Töchter, Doon (* 1945) und Amy (* 1954), mit denen Diane Arbus viel Zeit verbrachte. Neben zwei Jobs als Verkäufer versuchte sich Allan Arbus auch als Fotograf. Eigentlich wollte er jedoch Schauspieler werden. Aufgrund der Verantwortung als Familienvater gab er diesen Traum auf. 1943 absolvierte Allan Arbus beim Fernmeldedienst der Armee eine Ausbildung zum Fotografen.

Mit ihrem Mann machte sich Diane Arbus 1946 als Modefotografin selbstständig. In diesem Jahr studierte sie für kurze Zeit bei Berenice Abbott, die durch ihre New-York-Bilder Berühmtheit erlangt hatte und nun mit der Kamera Phänomene der Physik erforschte. Die ersten Aufträge erhielt das Paar von David Nemerov, der ihnen einen Teil ihrer Ausrüstung finanzierte. 1947 wurden sie bei Condé Nast vorstellig. Sie wurden von dem Unternehmen, zu dem Modemagazine wie Glamour und Vogue gehören, mit einer Serie über Pullover beauftragt.

Die Modefotografie orientierte sich nach dem Krieg mit ihren Farbnuancen und der Lichtführung sehr stark an der Malerei. Diese Erwartung an ihre Arbeiten und der übliche Drogenmissbrauch in der Szene hielten Diane und Allan Arbus immer auf Distanz zu ihrer Branche. Am liebsten arbeiteten sie ganz unkonventionell mit ungeübten Modellen zusammen. Hin und wieder versuchten sie auch mit den Konventionen einer üblichen Modeaufnahme zu brechen.

1951 verbrachte die Familie Arbus ein Jahr in Europa. In diesem Jahr lernte Diane Arbus über vielfältige sinnliche Eindrücke das fotografische Sehen. Neben ihren Reisen nach Spanien und Italien bearbeiteten sie für die Vogue einen Auftrag in Paris.

Mitte der 1950er Jahre lernte Diane Arbus über ihren Freund, den Maler Marvin Israel, Richard Avedon kennen. Zeit ihres Lebens blieben sie sehr enge Freunde und gegenseitige Bewunderer. Ein weiterer Freund, den Arbus in dieser Zeit kennenlernte, war der Fotograf Robert Frank, ein Anhänger der Schnappschussfotografie.

Kurz vor der Geburt der Tochter Amy stellten die „Arbs“, wie sie damals bezeichnet wurden, den damals achtzehnjährigen japanischen Fotografen Tod Yamashiro als Assistenten ein. Er blieb bis zum Ende des Studios 1969. Die erfolgreichsten Jahre des Studios begannen 1955. Sie machten Titelaufnahmen für Glamour und  Seventeen, gehörten zum Redaktionsstab der Vogue und erhielten auch Werbeaufträge von Werbefirmen wie Young&Rubicam.

( Text aus Wikipedia)

Schon in ihrer Kindheit litt Diane Arbus immer wieder unter schweren Depressionen . Mit zunehmender Unzufriedenheit über ihre Arbeit und ihre Ehe verstärkten sich die Depressionen zusehends. Nach einem psychischen Zusammenbruch 1957 entschlossen sich beide zur beruflichen Trennung. Diane wollte sich mehr ihrer eigenen Arbeit zuwenden, und Allan führte das Studio weiter, nahm aber nebenbei Schauspielunterricht. Der beruflichen Trennung folgte ein Jahr später auch die private. Sie blieben weiterhin miteinander befreundet. Erst 1969, als Allan wieder heiraten wollte, ließen sie sich scheiden.

1957 besuchte Diane Arbus einen Workshop bei Alexei Brodowitsch, dem Art Director von Harper´s Bazzar. Im Jahr darauf absolvierte sie einige Workshops bei LIsette Model an der New School. Lisette Model, österreichische Porträtfotografin, war Anfang der Vierziger mit ihren Porträts über Nacht berühmt geworden. Auch sie suchte in ihren Motiven das Extreme. Als Folge dieses Unterrichts verließ Arbus ihr bisheriges Themenspektrum und entdeckte in New York Lokalitäten wie Hubert´s Museum, einem Sideshow-Gauklerkeller, und den Transvestitentreff Club 82. Hier fand sie ihre ersten Modelle, die sie wiederum mit anderen Exzentrikern bekannt machten. „Lisette befreite mich von meinen bürgerlich-puritanischen Vorurteilen. Fotografien, die Bewunderung verdienen, haben die Kraft aufzuschrecken.“ sagte Diane Arbus einmal.

Ende der 1950er Jahre wurde Diane Arbus mit ihren freien Arbeiten bei einigen Magazinen vorstellig. Der Karrierestart gelang ihr auch mit dem Ruf, den sie sich schon als Modefotografin erworben hatte.

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Zwischen 1960 und 1971 verdiente Arbus ihren Lebensunterhalt hauptsächlich als freie Fotoreporterin für verschiedene Magazine. Einige ihrer besten Arbeiten entstanden bei ihren kommerziellen Aufträgen, unter anderem auch deshalb, weil einige ihrer interessantesten Motive für sie nur mittels eines Presseausweises zugänglich waren. Bei vielen Magazinen war gerade in den sechziger Jahren eine Bereitschaft zum Experiment vorhanden. Man scheute sich nicht, den Inhalt, den Charakter und die Bandbreite des jeweiligen Magazins zu hinterfragen und neu zu definieren. Dies öffnete Fotografen wie Diane Arbus einen neuen Markt. Eine regelmäßige Zusammenarbeit hatte Arbus mit Esquire und Harper’s Bazaar. Weitere Magazine, die Fotos von ihr veröffentlichten, waren unter anderem New York, Show, Glamour, Essence, Harper`s Magazine The New York Times,Holiday,  Sports Illustrated, Herald Tribune (New York),New York Times Book Rview und Saturday Evening Post.

Nach ihren ersten beiden Aufträgen für Esquire (1960: Eine vertikale Reise) und Harper's Bazaar (1961: Die Vollendung des Kreises) erschienen in den elf Jahren ihrer Tätigkeit mehr als 250 Aufnahmen in über 70 Zeitschriftenartikeln. Oft wirkte Diane Arbus auch noch an den Texten mit. Hauptsächlich waren darunter Aufnahmen von den Reichen und Schönen, aber auch ihre Aufnahmen von Exzentrikern setzten sich in den Redaktionen der Zeitschriften durch, wobei selbst die Aufnahmen der Reichen und Schönen oft exzentrisch wirkten.

Im Laufe der Jahre führte Arbus' gleich bleibender Stil zunehmend dazu, dass sie gezielt für bestimmte Aufträge von ihren Redakteuren angesprochen wurde. Andererseits wurden andere Projekte erst gar nicht an sie herangetragen, weil sie ihres Talentes nicht würdig waren (beispielsweise Aufnahmen von Politikern) oder man annahm, sie würden ihren Neigungen nicht entsprechen. Dies führte zu einer Einschränkung der Bandbreite ihrer Themen.

( Text aus Wikipedia)

In den Jahren 1963 und 1966 wurden ihre freien Arbeiten durch Guggenheim Stipendium unterstützt. 1967 wurden die Ergebnisse dieser Jahre zusammen mit Arbeiten von Lee Friedlander und Garry Winogrand in der Ausstellung New Documents im Museum of Modern Art der Öffentlichkeit präsentiert. Trotz des Aufsehens, das die Ausstellung auslöste, verbesserte sich die finanzielle Situation von Diane Arbus nicht sonderlich. Jedoch wurde der Art Director der britischen Zeitschrift Sunday Times Magazine, Michael Rand, auf sie aufmerksam. Ab 1968 arbeitete Arbus regelmäßig mit Rand und dem stellvertretenden Herausgeber, Peter Crookston, an Fotoreportagen für das Magazin. 1969 verließ Crookston Times und wurde Herausgeber des Nova Magazine. Beide Zeitschriften finanzierten 1970 gemeinsam einen Englandaufenthalt von Diane Arbus. Zu dieser Zeit, als das Interesse anderer Magazine an Arbeiten von Diane Arbus auf Grund von Personal- oder Profilwechseln nachließ, hatte sie im Sunday Times Magazine und in Nova enthusiastische Auftraggeber und Förderer gefunden. Den Rückgang von Aufträgen versuchte Diane Arbus durch andere Projekte auszugleichen. So verschaffte sie sich 1969/70 den Auftrag, eine Ausstellung im Museum of Modern Art zum Thema  Reportagefotografie vorzubereiten und nahm zusätzlich Lehrtätigkeiten an der Cooper Union, Parsons School of Design in New York und an der Rhode Island School of Design  an.

In diesem Jahr zog Arbus in die Westbeth Artits Community, eine Künstlerkolonie am Hudson River, ein. 1970 begann sie mit ihrer Serie über behinderte Menschen. Im gleichen Jahr erhielt sie den Robert Lewitt-Preis der American Society of Magazine Photographers. Seit einer Hepatitisinfektion 1966 und 1968 verstärkten sich Arbus' Depressionen. Trotz zweijähriger Therapie wiederholten sich die Anfälle in immer kürzeren Abständen. 1971 beging sie Suizid, indem sie Barbiturate einnahm und ihre Handgelenke mit einem Rasiermesser zerschnitt. Zuvor hatte sie die Worte „Letztes Abendmahl“ in ihr Tagebuch geschrieben und ihren Terminkalender auf die Treppe gestellt, die zum Bad führte. Ihr Freund Marvin Israel fand ihre Leiche zwei Tage später in der Badewanne.

1972 wurde Diane Arbus als erste amerikanische Fotografin überhaupt auf der Biennale in Venedig ausgestellt. Im selben Jahr veranstaltete das Museum of Modern Art mit großem Erfolg eine Diane-Arbus-Retrospektive. Im Jahr 1977 wurden Arbeiten von ihr auf der Documenta 6 in Kassel gezeigt.

( Text aus Wikipedia)

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