Robert Capa

(eigentlich Endre Ernő Friedmann, in Schreibweisen auch André Friedmann oder Andrei Friedmann)

* 22. Oktober 1913 in Budapest, Österreich-Ungarn;

† 25. Mai 1954 in Thái-Binh in der Provinz Französich-Indochina

Robert Capa

war ein ungarisch-US-amerikanischr Fotograf. Capa wurde vor allem als Kriegsreporter bekannt. Capa wurde als zweiter von drei Söhnen einer jüdischen Schneiderfamilie geboren. Sein jüngerer Bruder trug den Künstlernamen Cornell Capa. Nachdem Robert Capa sich bereits früh im linken politischen Spektrum engagiert hatte, wurde er nach einem kurzen Gefängnisaufenthalt 1931, nach der Festnahme auf einer Demonstration gegen den ungarische Reichsverwesern Miklós Horthy, vor die Wahl gestellt, Ungarn zu verlassen oder vor Gericht gestellt zu werden, woraufhin er nach Deutschland emigrierte.

1939 übersiedelte Capa in die USA, wo er 1946 die US-amerikanische Staatsbürgerschaft erhielt.

Im Zweiten Weltkrieg fotografierte er als Kriegsberichterstatter für die Zeitschriften Time, Life und Colliers unter anderem in Nordafrika, Sizilien, und bei der Landung amerikanischer Soldaten in der Normandie am 6. Juni 1944, an Omaha Beach. Hier entstanden seine, neben dem Foto des gefallenen republikanischen Soldaten, berühmtesten Bilder. Wegen eines Fehlers bei der Entwicklung der Filme im Londoner Fotolabor gibt es von der Invasion ( Operation Neptune) nur elf brauchbare Fotos.

Am 18. April 1945 nahm Capa während der Besetzung Leipzigs das Foto Der letzte Tote von dem gefallenen US-Soldaten Raymond J. Bowman auf, der im Haus Jahnallee 61, später bekannt als Capa-Haus, gefallen war. Im April 2015 wurde das Teilstück der Erich-Köhn-Straße i Leipzig-Lindenau, das dem Haus gegenüberliegt, in Capastraße umbenannt.

1947 gründete Capa mit Henri Cartier-Bresson, David Seymour und Georg Rodger die Fotoagentur Magnum. Er fotografierte weiter, mied jedoch zunehmend die Kriegsberichterstattung. Im gleichen Jahr reiste er mit John Steinbeck im Auftrag der New York Herald Tribune durch die Sowjetunion, um das Leben des einfachen sowjetischen Volkes nach dem Zweiten Weltkrieg zu dokumentieren.

1948 begleitete er die Gründung des Staates Israel mit seiner Kamera und wurde Augenzeuge beim Ausbruch des ersten Nahost-Krieges.

1954 kehrte Capa zur Kriegsberichterstattung zurück, als Life im Ersten Indochinakrieg dringend einen Fotojournalisten brauchte. Dort starb er, als er auf eine Antipersonen-Landmine trat. Seine letzten Fotografien zeigen einen Minen-Suchtrupp bei Thái Binh. Davon existieren eine schwarzweiße und eine farbige Version, aufgenommen mit einer Nikon. Die Fotos zeigen auf der rechten Seite einen Wall, auf dem Capa kurz nach der Aufnahme auf die tödliche Mine trat.

Bestattet wurde Robert Capa in einem Familiengrab auf dem Amawalk Hill Cemetery, einem Quäker-Friedhof in Amawalk, Westchester County, im Bundesstaat New York.

Ihm zu Ehren stiftete der Overseas Press Club of America 1955 die Robert Capa Gold Medal, mit der jährlich die beste Fotoreportage ausgezeichnet wird, die besonderen Mut und Unternehmensgeist erfordert.

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