Vivian Maier

*1. Februar 1926 in New York ; † 21. April 2009 Chicago, USA

Vivian Dorothy Maier war eine US-amerikanische Staatsbürgerin französischer  Prägung, Kindermädchen, Haushälterin und Amateur- bzw. Freizeitfotografin. Bekanntheit erlangte Maier erst kurz nach ihrem Tod durch die zufällig entdeckte, unfreiwillig versteigerte Hinterlassenschaft einer ungewöhnlich großen Zahl fotografischer Schwarzweissaufnahmen. Sie starb einsam und verarmt.

Nachforschungen belegen eine wechselvolle und schwierige Kindheit vor dem Hintergrund einer zerbrochenen Immigrantenfamilie und ein wenig begütertes Leben in unqualifizierten Beschäftigungsverhältnissen im Erwachsenenalter. Maiers Passion und ausschließliche Privatangelegenheit war ihre obsessiv betriebene, diskrete fotografische Dokumentation des Lebens in den Straßen der Großstädte New York und Chicago, im fortgeschrittenen Alter begleitet von einem zwanghaften Aufbewahren von wahllos gesammeltem Ramsch, Bergen von alten Zeitungen und Tausender belichteter, jedoch unentwickelt gebliebener Filmrollen.

Abgesehen vom Stellenwert als kulturhistorisch bedeutsame Zeitdokumente über die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts, werden Maiers Bilder gegenwärtig der unspezifischen Kategorie der Strassenfotografie zugeordnet und finden neben der medialen Verbreitung einer angeblich „geheimnisvollen“ Vita Maiers ein anhaltend großes weltweites Interesse von Galeristen und Liebhabern des Genres.

Maiers Existenz war die einer entschiedenen Einzelgängerin; sowohl sich selbst als auch ihre besonderen Aktivitäten hat sie zeitlebens und mit Nachdruck aus der Öffentlichkeit ferngehalten. Kritische Stimmen bemängeln daher eine rechtlich und moralisch fragwürdige, postum interessengeleitete Legendenbildung und Kommerzialisierung ihrer Person und ihrer Bilder.

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