A3.2 Libellen

Vorwort

 

Die Libellen (Odonata) bilden eine Ordnung innerhalb der Klasse der Insekten (Insecta). Von den 6323 im Jahr 2019 bekannten Arten treten in Mitteleuropa etwa 85 auf. In Deutschland wurden bis jetzt 81 Libellenarten nachgewiesen, davon stehen 48 Arten auf der Roten Liste gefährdeter Insekten.

 

Die Flügelspannweite der Tiere beträgt in der Regel zwischen 20 und 110 mm, die Art Megaloprepus coerulatus (Zygoptera, Pseudostigmatidae; also eine „Kleinlibelle“) kann allerdings sogar eine maximale Spannweite von 190 mm erreichen.

Mit fast 50 km/h zählen sie zu den schnellsten Fluginsekten der Erde.
Als Lebensraum bevorzugen die meisten Libellenarten stehende Gewässer wie Seen, Teiche, Tümpel, Moorlandschaften und Gartenteiche. Einige wenige Arten sind aber auch häufig an Fließgewässern anzutreffen. Im allgemeinen gelten Libellen in ihren Lebensräumen, bei deren vorhanden sein, als Indikatoren für eine intakte Natur.

 

Die Wissenschaft von den Libellen ist die Odonatologie.

 

Die Libellenarten in Deutschland teilen sich in folgende Familien auf:

Prachtlibellen (Calopterygidae)

Teichjungfern (Lestidae)

Federlibellen (Platycnemidae)

Schlanklibellen (Coenagrionidae)

Edellibellen (Aeshnidae)

Flussjungfern (Gomphidae)

Quelljungfern (Cordulegasteridae)

Falkenlibellen (Corduliidae)

Segellibellen (Libellulidae)

 

Die Wanderlibelle (Pantala flavescens)

wurde zur "Libelle des Jahres 2021" gewählt

 

Die Wanderlibelle profitiert von dem immer schneller voranschreitenden Klimawandel: Sie wurde erst 2019 das erste Mal in Deutschland nachgewiesen. Dies hängt mit der steigenden mittleren Temperatur und den veränderten Klimabedingungen auf dem europäischen Kontinent zusammen, die nun ganz neue Wettersysteme mit sich bringen. 

Die Wanderlibelle trägt ihren Namen zurecht, denn sie kann mehrere Stunden ununterbrochen in der Luft bleiben und so große Strecken zurücklegen. Auf Englisch ist die Wanderlibelle deshalb auch als "global wanderer" bekannt: In riesigen Schwärmen wandert sie zwischen Afrika und Asien hin und her, um die Monsunregen zu nutzen und immer gerade dort anzukommen, wo die Wetterfronten systematisch die passenden Fortpflanzungsgewässer bereitet haben. Das macht deutlich, welches Leistungsvermögen in kleinen Organismen wie diesen Insekten steckt.

Libellen brauchen passende Lebensräume

Wandernde Libellen zeigen auch: Wer reist, braucht auch einen Ort zum Ankommen. Es braucht daher mehr Biotopverbund durch konsequente nationale Umsetzung der neuen Renaturierungsziele der EU und der Wasserrahmenrichtlinie. Mehr Wasser muss in der Landschaft verbleiben, um gute Lebensräume für Libellen und viele weitere Arten zu gewährleisten.

Weniger spektakulär ist hingegen das Aussehen der Art, die leicht mit den bei uns vorkommenden Heidelibellen verwechselt werden kann: So ist die Wanderlibelle eine mittelgroße Segellibelle, die sehr ausdauernd fliegt. 

Im Vergleich zu den Heidelibellen ist sie jedoch etwas größer und kräftiger und besitzt keine auffällige Körperzeichnung. Die Flügel sind im Verhältnis zum Körper sehr lang und bilden mit ihren großen Tragflächen eine auffällige Proportion zum Rest des Körpers.

 

Text und Bild zur Wanderlibelle von BUND.

 https://www.bund.net/themen/tiere-pflanzen/libellen/libelle-des-jahres/

Frühe Adonislibelle ( Adonisjungfer)

(Pyrrhosoma nymphula)

 

 

Die Frühe Adonislibelle ist eine gehört zu de Kleinlibellen, deren deutscher Name auf ihr zeitiges Erscheinen sowie ihre rot-schwarze Färbung zurückgeht, die der von rotblühenden Adonisröschen ähnelt. Neben der Scharlachlibelle (Ceriagrion tenellum) ist die Frühe Adonislibelle die einzige rotgefärbte Kleinlibellenart in Mitteleuropa.

Trotz auffälliger Färbung und häufigem Vorkommen wird diese Libellenart gelegentlich übersehen, da sie sich gern in der Vegetation verborgen hält.

Die Körperlänge beträgt 35 bis 45 Millimeter, die Flügelspannweite 50 bis 70 Millimeter. Die Beine der Frühen Adonislibelle sind schwarz gefärbt. Darin unterscheidet sich die Frühe Adonislibelle von der Scharlachlibelle, deren

Beine rot gefärbt sind.

Die Flugzeit der adulten Tiere reicht von April bis August. Damit ist die Frühe Adonislibelle eine der ersten Libellenarten, die im Frühling in Mitteleuropa beobachtet werden können.

 

Azurjungfer

(Coenagrion)

 

Die Azurjungfern (Coenagrion) sind eine Gattung der Schlanklibellen (Coenagrionidae) innerhalb der Kleimlibellen (Zygoptera). Es handelt sich um meist kleine Libellen mit Flügelspannweiten und Körperlängen um fünf Zentimetern. Die Azurjungfern sind in der Regel sehr schlank, fast nadelförmig gebaut. Die Männchen sind im Regelfall glänzend blau und schwarz gefärbt, mit einer charakteristischen schwarzen Zeichnung auf dem 2. Hinterleibssegment. Die Weibchen können ebenfalls blau, aber auch bräunlich oder grün-schwarz sein.

In Europa sind folgende Arten der Azurjungfern anzutreffen:

  • Baikal-Azurjungfer – Coenagrion glaciale (Europ. N.-Russland)

  • Vogel-Azurjungfer – Coenagrion ornatum

  • Helm-Azurjungfer – Coenagrion mercuriale

  • Hauben-Azurjungfer – Coenagrion armatum

  • Hufeisen-Azurjungfer – Coenagrion puella

  • Fledermaus-Azurjungfer – Coenagrion pulchellum

  • Speer-Azurjungfer – Coenagrion hastulatum

  • Mond-Azurjungfer – Coenagrion lunulatum

  • Bileks-Azurjungfer – Coenagrion hylas

  • Gabel-Azurjungfer – Coenagrion scitulum

  • Nordische-Azurjungfer – Coenagrion johanssoni

  • Südliche-Azurjungfer – Coenagrion caerulescens


 

In vielen älteren Lehrbüchern tauchen zwei weitere Schlanklibellen-Arten ebenfalls unter dem deutschen Namen „Azurjungfer“ auf, die jedoch anderen Gattungen angehören: die Becher-Azurjungfer sowie die Pokal-Azurjungfer. Um diesem Missverständnis vorzubeugen, wird die erste Art Enallagma cyathigerum inzwischen meist als Gemeine Becherjungfer bezeichnet. Die zweite Art Erythromma lindenii, die mittlerweile den deutschen Namen Pokaljungfer trägt, findet man in der Regel noch unter dem wissenschaftlichen Namen Cercion lindenii. Aufgrund der Larvenmorphologie sowie neuerer molekular Merkmale ist sie jedoch gesichert in die Gattung der Granataugen (Erythromma) einzuordnen.

 

Fotos folgen

 

Gebänderte Prachtlibelle

(Calopteryx splendens)

 

Die Gebänderte Prachtlibelle (Calopteryx splendens) ist eine Libellenart aus der Familie der Prachtlibellen (Calopterygidae). Sie bewohnt langsam fließende Bäche, kleinere Flüsse und krautreiche Kanäle, die nicht zu sehr verschmutzt sind sowie ausreichend besonnt werden. Neben der Blauflügel-Prachtlibelle (Calopteryx virgo) ist sie die einzige auch in Mitteleuropa vorkommende Art der Prachtlibellen und tritt hier insgesamt etwas häufiger auf als diese. Der flatternde, gaukelnde, mehr an Schmetterlinge als an Libellen erinnernde Flugstil ist unverkennbar für diese Familie, ebenso die farbigen Flügel. Der aus dem Griechischen und dem Latainischen gebildete wissenschaftliche Artname Calopteryx splendens bedeutet so viel wie „Glänzender Schönflügel“.

(Text aus Wikipedia)

Südliche Binsenjungfer

( Lestes barbarus )

 

Die Südliche Binsenjungfer (Lestes barbarus) ist eine Kleinlibelle aus der Gattung der Binsenjungfern (Lestes). Sie gehört zur Familie der Teichjungfern (Lestidae)

Die Art erreicht eine Flügelspannweite von 4,5 bis 5 Zentimetern. Der Körper der adulten Tiere ist dunkel metallisch-braun; bei noch nicht ausgefärbten, schlupffrischen Exemplaren auch grünlich. Die Flügel sind wie bei vielen Libellen glasig durchsichtig; als artspezifisch besonderes Erkennungszeichen können hier aber die zweifarbigen, außen weißlichen und innen braunen Flügelmale dienen.

Man kann diese Art mit den anderen Binsenjungfern verwechseln; das zweifarbige Flügelmal ist aber ein eindeutiges Unterscheidungsmerkmal.

Die Tiere leben an stehenden Gewässerufern mit viel Vegetation und sumpfigen, stark verwachsenen Kleingewässern, die vor allem von Binsen dominiert sind. In Südeuropa besiedeln sie auch brackige Gewässer in Küstennähe. Die Südliche Binsenjungfer fliegt von Juni bis September und gilt in Mitteleuropa, wo sie als sporadische Wanderart vorkommt, als stark gefährdet. Schwerpunktmäßig ist sie in Südeuropa verbreitet.    

Meine Exemplare habe ich alle in Schleswig-Holstein entdeckt und fotografiert                                                                        TEXT aus Wikipedia