C1.2 - Dosenmoor Neumünster

 

Das Dosenmoor ist ein regenerierendes und noch teilweise erhaltenes Hochmoor in Schleswig-Holstein. Es liegt in der Nähe der Stadt Neumünster östlich des Stadtteils Einfeld. Der flächenmäßig größte Teil liegt im Stadtgebiet von Neumünster, im Norden gehört ein Teil zum Kreis Rendsburg-Eckernförde und im Südosten zum Kreis Plön. Das nahezu kreisrunde Moor liegt auf der Wasserscheide zwischen der nach Norden fließenden Eider und der nach Süden fließenden Stör. Das Dosenmoor hat eine Größe von 521 Ha !

Das gesamte Text stammt aus Wikipedia.  https://de.wikipedia.org/wiki/Dosenmoor

 

 

Das Dosenmoor und der benachbarte Einfelder See entstanden in der letzten Eiszeit, die vor etwa 12.000 Jahren zu Ende ging. Das Schmelzwasser der Gletscher floss überwiegend nach Süden, wobei sich zwischen dem Einfelder See und dem Dosenmoor ein dammartiger Sandrücken, Kame genannt, bildete. Weiter östlich war in einer tiefer ausgeschürften Geländemulde noch über längere Zeit ein mächtiger Toteisblock erhalten geblieben. Da der Ablauf durch den Kame versperrt war, bildete sich am Ende der Eiszeit ein fast neun km² großer See, der Dosensee. Das Seebecken füllte sich mit Sedimenten, abgestorbenen Algen und Wasserpflanzen. Die vollständige Verlandung des Sees kennzeichneten schließlich Schilf-, Seggen- und Bruchwaldtorfe. Das regenreiche, atlantische KLime förderte die Ausbreitung von Torfmoosen und ließ in den folgenden vier bis fünf Jahrtausenden den baumfreien Torfkörper eines atlantischen Hochmoores entstehen. Dieser überragt mit seiner charakteristischen, heute immer noch sichtbaren, uhrglasförmigen Aufwölbung die umgebenden Niederungsflächen.

 

 

Bereits im 18. Jahrhundert setzten die ersten menschlichen Eingriffe ein, durch die das Dosenmoor sein heutiges Aussehen erlangte, das stark durch Deregenaration geprägt ist. Im 19. Jahrhundert betrug der Höhenunterschied zwischen Rand und Zentrum 8–10 Meter. Heute sind es nur noch 4–5 Meter. Die Moorsackung begann Berichten zufolge aber schon 1891. Die wesentliche Ursache hierfür ist die Entwässerung des Moorkörpers, durch die vielen, das Moor durchziehenden Gräben. Diese waren schon vor Jahrhunderten angelegt worden, um das Moor landwirtschaftlich zu nutzen und Torf abzubauen. Nach der Vorentwässerung nutzten die Bewohner der umliegenden Dörfer die Randbereiche zum Abbau von Brenntorf für den Eigenbedarf. Seit 1867 stellte die Forstverwaltung jährliche Abtorfungspläne für den systematischen Abbau im Dosenmoor auf. Anfang des 20. Jahrhunderts wurden mit dem Bau eines 4 m tiefen Ringgrabens im südwestlichen Randbereich des Moores die Voraussetzungen geschaffen, die Torfnutzung weiter zu intensivieren. Zeitgleich gründete sich das erste Torfwerk in Einfeld, das Torfwerk Einfeld Carl Hornung. Das Torfwerk verstärkte ab 1964 den Abbau und setzte von 1966 bis zur Einstellung des Betriebes 1977 industrielle, großtechnische Verfahren ein. In diesen 11 Jahren wurden ca. 200.000 m³ Torf gewonnen.

 

 

Im Dosenmoor wird seit 1978 eine Hochmoorrenaturierung durch Wiedervernässung mit nährstoffarmem Regnwasser durchgeführt. Der industriell abgetorfte Bereich im Moorzentrum wurde bereits 1997 großflächig planiert. Um den Abfluss des nährstoffarmen und für ein Hochmoor wichtigen Regenwassers zu verhindern, wurden Dämme aufgesetzt. Alle Entwässerunsgräben wurden verfüllt. Nach großflächiger Beseitigung des Birkenaufwuchses (Entkusselung) ist die Hochfläche als baumfreies Zentralplateau erkennbar. Die Beweidung mit einer Herde aus Schafen und Ziegen verhindert den Aufwuchs von Birken und Pfeifengras und fördert die typische Vegetation.

Birken können in Mooren durch die Verdunstung über ihre Blätter zur Entwässerung des Moores beitragen. Bei einem sehr dichten Baumbestand kann durch die Schattenwirkung der Baumkronen zudem die hochmoortypische, lichtliebende Vegetation verdrängt werden. Eine vollständige Beseitigung des gesamten Gehölzbestandes ist jedoch nicht sinnvoll, da die Windberuhigung durch die Gehölze die Verdunstung einer Moorfläche deutlich mindert. Ein lichter Baumbestand fördert das feuchte Kleinklima und damit das Wachstum von Torfmoosen. Soll ein dichter Birkenbestand ausgelichtet werden, ist dies durch Ringeln einzelner Birken zu bewerkstelligen, wodurch die Bäume allmählich absterben. Beim Absägen vervielfacht sich der Birkenbestand durch Wurzelaustriebe und kann nur durch ständige Pflegemaßnahmen oder durch gezielte Hüteschafbeweidung kurzgehalten werden.

Die Renaturierung wird weiterhin vorangetrieben, indem man weitere Entwässerungsgräben verfüllt, mehr Birkenaufwuchs entfernt und das Moor mit nährstoffarmem Regenwasser wiedervernässt. Dies gestaltet sich dadurch schwierig, dass die Außenbereiche, rund 100 ha, des Dosenmoores in der Hand von etwa 80 Privateigentümern sind. Es werden jedoch beispielsweise durch die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein immer mehr Flächen aufgekauft, um diese zu renaturieren.

Unweit des Dosenmoors ist zwischenzeitlich im alten Torfwerk Einfeld Carl Hornung ein Informationszentrum zur Entstehung und früheren Nutzung des Dosenmoors entstanden, das Infozentrum Dosenmoor.    

Weietere Infos und Kontakt zum Informationszentrum unter:

 

https://www.dosenmoor.eu/das-moor/